Rentenlücke berechnen
Die gesetzliche Rente reicht für die meisten Menschen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Hier berechnest du deine persönliche Rentenlücke — und wie viel Kapital du brauchst, um sie zu schließen.
Rentenlücken-Rechner 2025
Kapital berechnet nach 4-%-Entnahmerate (Lücke × 300). Sparrate mit monatlichem Zinseszins bis Rentenalter 67. Schätzung ohne Inflation — echte Bedarfe liegen real höher. Keine Finanzberatung.
Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Einkommen, das du im Alter haben möchtest, und der gesetzlichen Rente, die du tatsächlich bekommst. In Deutschland bekommen die meisten Rentner nur 40–55 % ihres letzten Nettoeinkommens aus der gesetzlichen Rentenversicherung — der Rest ist die Rentenlücke.
Konkret: Wer vor der Rente 3.000 € netto verdient hat, erhält statistisch rund 1.200–1.650 € gesetzliche Rente. Bei einem Wunscheinkommen von 2.500 € klafft eine Lücke von 850–1.300 € pro Monat — auf 20 Jahre Ruhestand summiert sich das zu 204.000–312.000 €.
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Wie viel Kapital brauche ich für die Rentenlücke?
Der schnellste Weg zur Antwort: die 4-%-Regel. Sie besagt, dass du bei einem diversifizierten Aktien-Anleihen-Portfolio jährlich 4 % entnehmen kannst, ohne das Kapital statistisch in 30 Jahren aufzubrauchen.
Formel: Kapital = Monatliche Rentenlücke × 300
- Lücke 500 €/Monat → benötigtes Kapital: 150.000 €
- Lücke 1.000 €/Monat → benötigtes Kapital: 300.000 €
- Lücke 1.500 €/Monat → benötigtes Kapital: 450.000 €
Bei konservativerer Planung (3 % Entnahme, z.B. rein Anleihen oder sehr langer Ruhestand) wäre der Faktor 400 statt 300. Für einen 30-jährigen Ruhestand ab 67 ist die 4-%-Regel historisch belastbar — bei sehr frühem Renteneintritt lieber mit 3–3,5 % planen.
Wie schließe ich die Rentenlücke?
Es gibt fünf bewährte Strategien — keine davon ist für jeden die beste. Die richtige Kombination hängt von Einkommen, Familienstand, Risikobereitschaft und Zeithorizont ab.
Langfristiger Aktieninvestment-Sparplan (z.B. MSCI World ETF). Historisch 6–8 % Rendite pro Jahr. Flexibel, kostengünstig, kein Vertrag. Ideal ab 20–30 Jahre Zeithorizont.
Einzahlungen bis 4 % der BBG (2025: 3.648 €/Jahr) steuerfrei und SV-frei. Arbeitgeberzuschuss ab 2022 Pflicht. Immer zuerst ausschöpfen — andere Investments danach.
Grundzulage 175 €, Kinderzulage 300 € pro Kind. Lohnt sich vor allem mit mehreren Kindern und niedrigem Einkommen. Kostenstruktur oft schlecht — nur günstige Anbieter wählen.
Einzahlungen bis 29.344 € (2025) steuerbegünstigt. Optimal für Selbständige und Gutverdiener ohne gesetzliche Rentenversicherung. Kein vorzeitiger Auszahlungsanspruch.
Mietfreies Wohnen senkt den Bedarf im Alter erheblich. Vermietete Immobilien liefern laufende Einnahmen. Hoher Kapitalbedarf und Klumpenrisiko — nicht für jeden geeignet.
Wer früh in Rente will oder Lücken im Rentenkonto hat, kann freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. 1 Punkt = 39,32 € lebenslange Rente.
Rentenlücke, Rentenalter & Altersvorsorge in einer App
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Der Zinseszins-Effekt: Warum früh sparen so viel bringt
Der größte Fehler bei der Altersvorsorge: zu spät anfangen. Der Zinseszins-Effekt belohnt frühes Handeln exponentiell:
- Mit 25 starten, 200 €/Monat, 6 % Rendite, 42 Jahre: Endvermögen ~396.000 €
- Mit 35 starten, 200 €/Monat, 6 % Rendite, 32 Jahre: Endvermögen ~202.000 €
- Mit 45 starten, 200 €/Monat, 6 % Rendite, 22 Jahre: Endvermögen ~100.000 €
Wer 10 Jahre früher anfängt, hat am Ende fast doppelt so viel — obwohl er dieselbe monatliche Rate zahlt. Das ist die Kraft des Zinseszinses über lange Zeiträume. Jedes Jahr zählt.
Rentenlücke durch freiwillige Rentenbeiträge schließen
Eine oft übersehene Option: freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Das ist besonders attraktiv für:
- Frührentner, die Abzüge durch Zuzahlung ausgleichen wollen (§187a SGB VI)
- Selbständige, die kein Rentenversicherungskonto aufgebaut haben
- Eltern, die Kindererziehungszeiten durch Zuzahlung optimieren wollen
2025 bringt 1 Entgeltpunkt = 39,32 € lebenslange Monatsrente. Der Preis für einen Punkt: rund 8.646 € (100 % des Durchschnittseinkommens × Beitragssatz 18,6 %). Bei einer Lebenserwartung von 85+ Jahren lohnt sich die Einzahlung oft — aber ein individuelles Gespräch mit der DRV lohnt sich.
Häufige Fragen zur Rentenlücke
Was ist die Rentenlücke?
Die Differenz zwischen deinem gewünschten Monatseinkommen im Alter und der zu erwartenden gesetzlichen Rente. Die meisten Menschen erhalten nur 40–55 % ihres letzten Nettoeinkommens aus der GRV — der Rest ist die Lücke, die privat abgedeckt werden muss.
Wie groß ist die durchschnittliche Rentenlücke in Deutschland?
Die Durchschnittsrente lag 2024 bei rund 1.550 € für Männer und 1.200 € für Frauen (West). Bei einem Wunscheinkommen von 2.500 € im Alter ergibt sich eine Lücke von 950–1.300 €/Monat — über 20 Jahre Ruhestand bedeutet das 228.000–312.000 € Eigenleistung.
Wie viel Kapital brauche ich für die Rentenlücke?
Faustregel: Lücke × 300 (4-%-Regel). Bei 500 € Lücke = 150.000 € Kapital. Bei 1.000 € Lücke = 300.000 €. Konservativere Planung: Lücke × 400 (3-%-Entnahme).
Wie kann ich die Rentenlücke schließen?
Die fünf Haupthebel: ETF-Sparplan (beste Rendite, flexibel), betriebliche Altersvorsorge (Steuerbonus, immer zuerst ausschöpfen), Riester (lohnend für Familien mit Kindern), Rürup (für Selbständige/Gutverdiener), Immobilien (Inflationsschutz). Die beste Lösung ist meist eine Kombination.
Lohnt sich Riester noch 2025?
Für Familien mit mehreren Kindern (300 € Kinderzulage/Kind) und Geringverdiener ja. Für Singles ohne Kinder sind ETF-Sparpläne oft rentabler. Nur günstige Anbieter wählen — Kosten fressen sonst die Zulage auf.
Was ist die 4-%-Regel?
Statistisch gesehen reicht ein diversifiziertes Portfolio bei 4 % Jahresentnahme für 30+ Jahre. Kapital = Monatslücke × 300. Bei sehr langem Ruhestand oder rein Anleihen-Portfolio eher 3–3,5 % planen.
Wann sollte ich mit dem Altersvorsorge-Sparen anfangen?
Sofort — je früher, desto mehr wirkt der Zinseszins. Mit 25 Jahren und 200 €/Monat bei 6 % Rendite entsteht in 42 Jahren fast 400.000 €. Wer 10 Jahre später startet, muss fast doppelt so viel sparen für dasselbe Ergebnis.
Muss ich die gesetzliche Rente versteuern?
Ja, schrittweise. Wer 2025 in Rente geht, versteuert 83,5 % der Bruttorente. Ab Jahrgang 2040+ gilt volle Besteuerung. Der tatsächliche Steuersatz hängt von der Summe aller Einkünfte ab — viele Rentner zahlen aber trotzdem keine oder kaum Steuer wegen Freibeträgen.
Wie stelle ich meine erwartete Rente in Erfahrung?
Die Deutsche Rentenversicherung sendet ab 27 Jahren jährlich eine Renteninformation. Kostenlose Rentenauskunft unter eservice.deutsche-rentenversicherung.de. Die App Pensivo berechnet dir eine fundierte Schätzung aus Brutto und Beitragsjahren.
Was zählt alles zur gesetzlichen Rente?
Pflichtbeitragszeiten (aus Beschäftigung), Kindererziehungszeiten (3 Jahre pro Kind), Pflegezeiten, Schulausbildung, freiwillige Beiträge, Krankengeld-Zeiten und mehr. Alles wird in Entgeltpunkten gemessen — 1 Punkt entspricht dem Jahresverdienst eines Durchschnittverdieners.