Krankengeld-Rechner 2025
Was bleibt nach den ersten 6 Wochen Lohnfortzahlung? Krankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse — gedeckelt auf 70 % des Brutto, höchstens 90 % des Netto. Hier berechnest du deinen konkreten Betrag inkl. SV-Abzügen und Jahresbetrag.
Krankengeld-Rechner 2025
Schätzung nach §47 SGB V 2025: Krankengeld = min(70 % Brutto, 90 % Netto), Brutto max. BBG 5.512,50 €/Monat. SV-Abzug ~12 % (Arbeitnehmeranteil). Netto wird bei Steuerklassen-Änderung automatisch geschätzt — eigenen Wert eintragen für mehr Genauigkeit.
Wie wird Krankengeld berechnet?
Krankengeld bekommen gesetzlich Versicherte ab Tag 43 der Krankschreibung — nach Ablauf der 6-wöchigen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Die Berechnung folgt §47 SGB V:
Krankengeld (brutto) = min(70 % des Regelentgelts, 90 % des Nettoentgelts)
Das Regelentgelt ist das beitragspflichtige Bruttoeinkommen, gedeckelt auf die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der Krankenversicherung — 2025: 5.512,50 € pro Monat. Jedes Einkommen über dieser Grenze bleibt für die Krankengeld-Berechnung unberücksichtigt. Das tatsächlich ausgezahlte Krankengeld ist dann noch geringer, weil rund 12 % Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitnehmeranteil) einbehalten werden.
Zahlenbeispiel: 3.500 € Brutto, Steuerklasse IV (Netto ca. 2.337 €):
- 70 % × 3.500 € = 2.450 € Krankengeld-Variante 1
- 90 % × 2.337 € = 2.103 € Krankengeld-Variante 2
- → Krankengeld brutto: 2.103 € (der niedrigere Wert)
- → Nach SV (~12 %): 1.851 € ausgezahlt
Lohnfortzahlung und Krankengeld: Zeitachse
Der Arbeitgeber zahlt das volle Gehalt fort — du bekommst nichts von der Krankenkasse. Voraussetzung: Das Arbeitsverhältnis besteht seit mindestens 4 Wochen.
Die Krankenkasse zahlt ab Tag 43 direkt an dich. Das Arbeitsverhältnis ruht — du bekommst kein Gehalt mehr, aber das Krankengeld. Dieser Zeitraum ist auf 78 Wochen je Erkrankung in 3 Jahren begrenzt.
Das Krankengeld endet — auch wenn du weiterhin krank bist. Dann greift Bürgergeld (sofern erwerbslos und bedürftig) oder bei dauerhafter Erwerbsminderung eine Rente. Das Arbeitsverhältnis besteht formal weiter.
Krankengelddauer, Aussteuerung & Steuer planen?
KrankengeldHeld berechnet den vollständigen Verlauf: Wann greift Krankengeld, wie lange reicht es, was passiert am Ende der 78 Wochen?
Was passiert nach 78 Wochen? Die Aussteuerung
Die Aussteuerung ist das Ende des Krankengelds nach 78 Wochen (546 Tagen). Viele Betroffene wissen nicht, was danach passiert — und werden von der Aussteuerung überrascht. Hier die wichtigsten Fakten:
- Das Arbeitsverhältnis bleibt bestehen. Der Arbeitgeber hat kein Recht, allein wegen der langen Krankheit zu kündigen — zumindest nicht ohne aufwendiges Verfahren. Aber er muss auch kein Gehalt zahlen.
- Bürgergeld als Brücke. Nach der Aussteuerung kannst du Bürgergeld (früher: Hartz IV) beim Jobcenter beantragen — wenn du bedürftig bist und dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehst.
- Erwerbsminderungsrente. Wer dauerhaft nicht mehr arbeiten kann, kann beim Rentenversicherungsträger eine Erwerbsminderungsrente beantragen. Die Bearbeitung dauert oft Monate — rechtzeitig stellen.
- Private Krankentagegeldversicherung. Wer privat oder freiwillig gesetzlich versichert ist und einen Krankentagegeldtarif hat, bekommt Leistungen unabhängig von der GKV-78-Wochen-Grenze.
⚠️ Wichtig: Rund 4–6 Wochen vor Aussteuerung solltest du dich beim Jobcenter voranmelden und ggf. den Rentenantrag vorbereiten. Lücken im Einkommen entstehen sonst sehr schnell.
Progressionsvorbehalt: Krankengeld und Steuern
Krankengeld ist steuerfrei (§3 Nr. 1a EStG) — aber nicht steuerneutral. Es unterliegt dem sogenannten Progressionsvorbehalt (§32b EStG):
Das bedeutet: Das Krankengeld wird zwar nicht direkt besteuert, erhöht aber den Steuersatz auf dein übriges Einkommen. Wer im selben Jahr sowohl Gehalt als auch Krankengeld bezieht, zahlt auf das Gehalt mehr Steuer als ohne Krankengeld.
Beispiel: Gehalt Januar–März: 10.500 €. Krankengeld April–Dezember: 18.000 €. Das Krankengeld selbst ist steuerfrei, aber der Steuersatz auf die 10.500 € Gehalt richtet sich nach einem fiktiven Einkommen von 28.500 € — deutlich höher als ohne Krankengeld.
Die Folge: Steuernachzahlungen sind bei längerer Erkrankung häufig. Es empfiehlt sich, frühzeitig Steuervorauszahlungen ans Finanzamt zu leisten oder die Steuerklasse anzupassen.
💡 Tipp: Wechsle während des Krankengeld-Bezugs in Steuerklasse III, wenn dein Partner deutlich mehr verdient — das spart effektiv Steuern auf das Gesamthaushaltseinkommen. Die Änderung wirkt ab dem Folgemonat.
Krankengeld für Selbständige
Selbständige haben in der gesetzlichen Krankenversicherung keinen automatischen Krankengeldanspruch. Wer als Selbständiger gesetzlich versichert ist, kann aber über einen Wahltarif nach §53 SGB V Krankengeld wählen:
- Wahltarif Krankengeld: Gegen einen Mehrbeitrag sichern sich Selbständige Krankengeld ab dem 43. Tag. Die Höhe richtet sich nach dem gemeldeten beitragspflichtigen Arbeitseinkommen.
- Krankentagegeldversicherung: Die häufigere Lösung — eine private Krankentagegeldversicherung zahlt ab dem vereinbarten Tag (oft Tag 1, 8, 15 oder 43) einen fixen Tagessatz, unabhängig von GKV-Regeln.
Pflichtversicherte Selbständige gibt es in der GKV nicht — Selbständige müssen sich aktiv entscheiden, ob sie freiwillig GKV oder PKV wählen und welchen Krankengeldschutz sie brauchen.
Schritt für Schritt: Krankengeld berechnen
- Regelentgelt ermitteln: Durchschnittliches Brutto der letzten 3 Monate, maximal BBG 5.512,50 €.
- 70-%-Variante: 0,70 × Regelentgelt = Krankengeld-Option A.
- 90-%-Variante: 0,90 × Nettoentgelt = Krankengeld-Option B.
- Niedrigerer Wert gewinnt: min(Option A, Option B) = Krankengeld brutto.
- SV-Abzug: Krankengeld brutto × 0,88 = ausgezahltes Krankengeld (ca. 12 % AN-Anteil).
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Häufige Fragen zum Krankengeld
Wann beginnt Krankengeld?
Nach 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, also ab dem 43. Kalendertag der Krankschreibung — soweit dieselbe Erkrankung vorliegt. Bei einer Folgebescheinigung ohne Unterbrechung läuft der Zähler weiter.
Wie lange wird Krankengeld gezahlt?
Maximal 78 Wochen (546 Tage) innerhalb von 3 Jahren wegen derselben Krankheit. Der 3-Jahres-Zeitraum ist gleitend. Bei einer neuen, anderen Erkrankung beginnt der Zähler neu.
Wie viel Krankengeld bei 3.500 € Brutto?
Bei 3.500 € Brutto und SK IV (Netto ca. 2.337 €): Krankengeld brutto = min(2.450 €, 2.103 €) = 2.103 €. Nach SV-Abzug (~12 %) bleiben rund 1.851 € ausgezahlt pro Monat.
Ist Krankengeld steuerpflichtig?
Krankengeld selbst ist steuerfrei (§3 Nr. 1a EStG), unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt (§32b EStG). Es erhöht den Steuersatz auf dein übriges Einkommen. Bei langer Erkrankung drohen erhebliche Steuernachzahlungen.
Was passiert nach 78 Wochen — Aussteuerung?
Nach 78 Wochen wird das Krankengeld eingestellt. Danach kommen Bürgergeld (bei Bedürftigkeit und Arbeitsmarktfähigkeit) oder Erwerbsminderungsrente (bei dauerhafter Erwerbsminderung) in Frage. Das Arbeitsverhältnis besteht weiter, das Gehalt wird aber nicht gezahlt.
Bekomme ich Krankengeld bei Kündigung?
Ja, grundsätzlich auch nach Kündigung — wenn die Krankschreibung vor oder am Tag der Kündigung begann. Die Mitgliedschaft in der GKV läuft noch einen Monat nach Ende des Arbeitsverhältnisses (Nachversicherung). Danach ist freiwillige Versicherung erforderlich, um weiterhin Krankengeld zu beziehen.
Krankengeld bei Teilzeit — wie wird es berechnet?
Bei Teilzeit gilt dieselbe Formel: min(70 % Brutto, 90 % Netto). Da Brutto und Netto bei Teilzeit niedriger sind, ist auch das Krankengeld entsprechend geringer. Das Krankengeld kann nie höher sein als das tatsächliche Teilzeitentgelt.
Können Selbständige Krankengeld bekommen?
Ja, wenn sie freiwillig GKV-versichert sind und einen Wahltarif nach §53 SGB V gewählt haben. Ohne diesen Tarif besteht kein Krankengeldanspruch. Alternative: private Krankentagegeldversicherung, die ab einem frei wählbaren Tag zahlt.
Was ist das Kinderkrankengeld?
Kinderkrankengeld (§45 SGB V) greift, wenn dein gesetzlich versichertes Kind krank ist und du es pflegen musst. Du bekommst 90 % deines Nettos (max. 70 % des Bruttos) für bis zu 10 Arbeitstage pro Kind und Elternteil pro Jahr (20 Tage bei Alleinerziehenden, max. 25 bzw. 50 Tage gesamt).
Wird Krankengeld auf Elterngeld angerechnet?
Indirekt ja: Monate mit Krankengeldbezug werden beim Elterngeld aus dem 12-Monats-Bemessungszeitraum herausgerechnet. Stattdessen treten frühere, normale Einkommensmonate an ihre Stelle. Das schützt das Elterngeld, wenn du vor der Geburt länger krank warst.