Elterngeld-Rechner 2025
Wie viel Elterngeld bekommst du — als Basis, Plus oder mit Geschwisterbonus? Dieser Rechner bildet die BEEG-Formel 2025 ab: 65 % des bereinigten Nettoeinkommens, mindestens 300 €, höchstens 1.800 €, mit Mehrlingszuschlag und Geschwisterbonus.
Elterngeld-Rechner 2025
Vereinfachte Schätzung nach BEEG 2025 — keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung. Maßgeblich ist der Bescheid der zuständigen Elterngeldstelle.
Wie wird Elterngeld berechnet?
Elterngeld berechnet sich vereinfacht nach dieser Formel: Elterngeld = bereinigtes Nettoeinkommen × Ersatzrate. Das Ergebnis liegt zwischen 300 € (Mindestbetrag) und 1.800 € (Höchstbetrag) pro Monat.
Das bereinigte Nettoeinkommen ist nicht dein normales Netto vom Lohnzettel. Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) rechnet so:
- Ausgangspunkt: Bruttoeinkommen der letzten 12 Monate vor dem Geburtsmonat (steuerlich relevantes Einkommen)
- Abzug pauschale Lohnsteuer nach §32a EStG je nach Steuerklasse
- Abzug Sozialversicherung pauschal 21 % des Brutto (Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Rentenversicherung)
- Abzug Werbungskosten pauschal 1.000 € ÷ 12 = 83,33 € pro Monat
Die Ersatzrate beträgt in der Regel 65 % (bei bereinigtem Netto über 1.240 €) und steigt bei niedrigem Einkommen bis auf maximal 100 % an. Das soll Geringverdiener schützen, deren Elterngeld sonst unter das Existenzminimum fiele.
Basiselterngeld oder ElterngeldPlus: Was ist besser?
Beide Varianten zahlen insgesamt dasselbe aus — der Unterschied liegt im Rhythmus und in der Kombination mit Teilzeit:
| Merkmal | Basiselterngeld | ElterngeldPlus |
|---|---|---|
| Betrag | Voller Betrag (z.B. 1.200 €/Monat) | Halber Betrag (z.B. 600 €/Monat) |
| Dauer | 12 Monate (14 mit Partnermonate) | 24 Monate (28 mit Partnermonate) |
| Teilzeit | Eigenes Einkommen mindert stark | Günstigere Anrechnung bei Teilzeit |
| Partnerschaftsbonus | Nicht kombinierbar | +4 Monate wenn beide 25–30 h/Woche |
Fazit: ElterngeldPlus ist die bessere Wahl, wenn du während der Elternzeit in Teilzeit arbeitest. Der längere Bezugszeitraum gibt dir mehr Flexibilität, und das selbst verdiente Teilzeit-Einkommen wird weniger angerechnet als beim Basiselterngeld.
Selbständig, Partnerschaftsbonus, Steuerklassen-Wechsel?
Die App ElterngeldHeld rechnet alle Sonderfälle: Selbständige nach §2b BEEG, Partnerschaftsbonus, Geschwisterbonus, Steuerklassen-Optimierung und Bezugsmonate-Plan.
Steuerklassenwechsel vor der Geburt — wann lohnt es sich?
Der Steuerklassenwechsel ist einer der effektivsten legalen Hebel, um das Elterngeld zu erhöhen. Wer von Steuerklasse IV in Klasse III wechselt, zahlt weniger Lohnsteuer, bekommt mehr Netto — und genau dieses höhere Netto wird für das Elterngeld bewertet.
Zahlenbeispiel: Bei 4.000 € Brutto liegt das Netto in SK IV bei rund 2.800 €, in SK III bei rund 3.100 €. Das ergibt ein Elterngeld von ca. 1.820 € (SK III) statt 1.540 € (SK IV) — rund 280 € mehr pro Monat, über 12 Monate also 3.360 € mehr.
Wichtig: Der Wechsel muss früh genug erfolgen. Das Elterngeld berechnet sich aus den 12 Kalendermonaten vor dem Geburtsmonat. Wechselst du erst 4 Monate vor der Geburt, zählen nur 4 SK-III-Monate. Idealerweise wechselst du mindestens 12 Monate vor dem geplanten Entbindungstermin.
Der Partner wechselt gleichzeitig in Steuerklasse V, was dessen Lohnsteuer erhöht — aber das monatliche Haushaltsnetto bleibt durch das hohe Elterngeld für denjenigen, der in Elternzeit geht, unterm Strich oft im Plus.
Partnerschaftsbonus: 4 Monate extra Elterngeld
Der Partnerschaftsbonus ist eine häufig übersehene Möglichkeit, das Elterngeld erheblich zu verlängern. Jeder Elternteil bekommt 4 zusätzliche ElterngeldPlus-Monate, wenn folgende Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind:
- Beide Elternteile beziehen in denselben Monaten ElterngeldPlus
- Beide arbeiten in dieser Zeit 25 bis 30 Stunden pro Woche in Teilzeit
- Die parallelen Monate liegen direkt aufeinander (keine Unterbrechung)
Das Ergebnis: Pro Elternteil 4 Extra-Monate, also 8 Monate Elterngeld mehr fürs Paar. Bei einem ElterngeldPlus von 600 € je Elternteil bedeutet das 4 × 600 € × 2 Personen = 4.800 € extra.
💡 Tipp: Für die genaue Planung von Bezugsmonate, Partnerschaftsbonus-Monaten und Teilzeit-Kombinationen ist die App ElterngeldHeld gemacht — inklusive interaktivem Monatssplan.
Geschwisterbonus: 10 % mehr Elterngeld
Wer bereits ein Kind im Haushalt hat, bekommt beim zweiten Kind einen Geschwisterbonus von 10 % auf das Basiselterngeld — mindestens aber 75 € pro Monat. Dieser Bonus gilt:
- Wenn ein Geschwisterkind unter 3 Jahren im Haushalt lebt (bei 3+ Kindern: unter 6 Jahren)
- Für alle Elterngeld-Varianten (Basis und Plus, beim Plus halbiert)
- Unabhängig davon, ob auch für das Geschwisterkind noch Elterngeld bezogen wird
Beispiel: Basiselterngeld 1.200 €, Geschwisterkind 2 Jahre → Geschwisterbonus = max(75, 1.200 × 0,10) = 120 €. Gesamtelterngeld: 1.320 € statt 1.200 €.
Elterngeld für Selbständige
Selbständige haben beim Elterngeld andere Bemessungsregeln als Angestellte, aber grundsätzlich denselben Anspruch. Das BEEG unterscheidet zwei Phasen:
Vor der Geburt: Bemessungsgrundlage ist der durchschnittliche monatliche Gewinn aus dem letzten vollständig abgeschlossenen Steuerjahr vor der Geburt (§2b Abs. 2 BEEG). Das ist der steuerliche Gewinn laut Steuerbescheid, geteilt durch 12.
Während der Elternzeit: Wer als Selbständiger während der Elternzeit weiterarbeitet, kann im Rahmen der Teilzeit-Grenze (bis 32 h/Woche) Einkommen erzielen. Das Elterngeld wird dann auf Basis der Differenz zwischen vor- und nachelterngeldlichem Einkommen berechnet.
Ein häufiger Fehler: Selbständige nehmen ihr laufendes Netto als Basis — das BEEG nimmt aber den steuerlich ausgewiesenen Gewinn. Bei hohen Betriebsausgaben kann das Elterngeld daher deutlich niedriger ausfallen als erwartet.
Schritt für Schritt: Elterngeld berechnen
- Bemessungszeitraum bestimmen: Die letzten 12 Kalendermonate vor dem Geburtsmonat. Monate mit Mutterschaftsgeld, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld werden herausgenommen.
- Bereinigtes Netto berechnen: Brutto × SK-Faktor − 83,33 € Werbungskosten = bereinigtes Netto.
- Ersatzrate bestimmen: 65 % bei Netto über 1.240 €; höher bei niedrigerem Einkommen.
- Grundbetrag cap: min(max(300, Netto × Rate), 1.800) = Basiselterngeld ohne Zuschläge.
- Zuschläge addieren: + Mehrlingszuschlag (300 €/600 €) + Geschwisterbonus (10 %, mind. 75 €).
Elterngeld als App — für unterwegs
ElterngeldHeld berechnet auch Befristungen, Selbständige, Steuerklassenwechsel und zeigt deinen Monatssplan mit Partnerschaftsbonus.
Häufige Fragen zum Elterngeld
Wie viel Elterngeld bekommt man bei 3.500 € Brutto in Steuerklasse IV?
Bei 3.500 € Brutto und Steuerklasse IV liegt das bereinigte Netto nach BEEG-Formel bei rund 2.437 €. Die Ersatzrate beträgt 65 %. Das Basiselterngeld liegt damit bei rund 1.584 € pro Monat — als ElterngeldPlus wären das 792 € monatlich über doppelte Laufzeit.
Was ist ElterngeldPlus und wann lohnt es sich?
ElterngeldPlus ist die halbierte Leistung über doppelt so lange Zeit. Statt 14 Monate Basiselterngeld bekommst du 28 Monate ElterngeldPlus. Es lohnt sich besonders bei Teilzeit-Wiedereinstieg, weil das eigene Einkommen günstiger angerechnet wird. Mit Partnerschaftsbonus kommen nochmals 4 Monate je Elternteil dazu.
Wann lohnt sich der Steuerklassenwechsel vor der Geburt?
Ein Wechsel in SK III erhöht das Nettoeinkommen und damit das Elterngeld erheblich. Wichtig: Der Wechsel muss möglichst früh erfolgen — idealerweise 12 Monate vor dem geplanten Geburtstermin. Bei 4.000 € Brutto kann der Effekt 200–300 € mehr Elterngeld pro Monat bedeuten.
Was ist der Partnerschaftsbonus?
Beim Partnerschaftsbonus bekommt jeder Elternteil 4 zusätzliche ElterngeldPlus-Monate, wenn beide gleichzeitig 25–30 Stunden pro Woche in Teilzeit arbeiten. Das sind insgesamt bis zu 8 Monate Extra-Elterngeld für das Paar.
Was ist der Geschwisterbonus?
Der Geschwisterbonus erhöht das Elterngeld um 10 %, mindestens um 75 € pro Monat. Er gilt, wenn im Haushalt noch ein Geschwisterkind unter 3 Jahren lebt. Beim ElterngeldPlus ist der Bonus entsprechend halbiert.
Bekommen Selbständige auch Elterngeld?
Ja. Für Selbständige gilt der Gewinn aus dem letzten abgeschlossenen Steuerjahr als Bemessungsgrundlage (§2b BEEG), geteilt durch 12 Monate. Pauschale Abzüge für Steuer und Sozialversicherung (~21 %) gelten analog zu Angestellten.
Wie lange bekommt man Elterngeld?
Basiselterngeld gibt es für 12 Monate pro Kind. Wenn der zweite Elternteil mindestens 2 Monate übernimmt, werden 14 Monate gewährt. ElterngeldPlus verdoppelt die Monate jeweils — plus optionale 4 Partnerschaftsbonus-Monate je Elternteil.
Welches Einkommen zählt bei der Elterngeldberechnung?
Maßgeblich ist das steuerlich relevante Bruttoeinkommen der 12 Monate vor dem Geburtsmonat. Monate mit Mutterschaftsgeld, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld werden herausgerechnet und durch frühere Monate ersetzt. Steuerfreie Einnahmen zählen nicht.
Kann man Elterngeld und Teilzeit kombinieren?
Ja, bis zu 32 Stunden pro Woche. Das eigene Einkommen während der Elternzeit mindert das Elterngeld — die Höhe des Abzugs hängt von der Einkommensdifferenz ab. Beim ElterngeldPlus ist die Kombination mit Teilzeit günstiger als beim Basiselterngeld.
Was passiert beim Elterngeld, wenn man vor der Geburt Krankengeld bezieht?
Monate mit Krankengeld werden aus dem Bemessungszeitraum herausgenommen. Statt dieser Monate zählen frühere, normale Einkommensmonate. Das schützt das Elterngeld, wenn du kurz vor der Geburt länger krank warst. Das Krankengeld selbst gilt nicht als Einkommen im Sinne des BEEG.